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Sizilianische Klageweiber

Gehen sie dieser Tage in unsere mittelständischen Unternehmen. Sprechen sie mit den Führungskräften und mit den Inhabern. Sie werden eine erstaunliche Erfahrung machen. Diese Menschen beweisen täglich aufs Neue ihren Einfallsreichtum, ihre Anpassungsfähigkeit und ihren Unternehmungsgeist. Sie spüren, dass Unternehmer und Mitarbeiter im Handwerk, im industriellen Gewerbe, in der Landwirtschaft, bei den freien Berufe und bei all den vielen mittelständischen Familienbetrieben im Land enger zusammenrücken. Sie spüren die Moral und den Willen dieser Rezession, dieser Wirtschaftskrise zu trotzen und sie nicht als unabwendbaren Schicksalsschlag sondern als Herausforderung zu begreifen. Das ist alles andere als selbstverständlich. Das ist das Ergebnis einer soliden Wirtschaftspolitik, die unseren Unternehmen Vertrauen gibt. Vertrauen, für das diese Landesregierung hart gearbeitet hat. Vertrauen, das nicht vom Himmel fällt sondern das man sich verdienen muss. Nirgendwo in Deutschland und kaum in einer anderen Region in Europa ist unternehmerisches Denken so verwurzelt wie bei uns in Baden-Württemberg.

Wer Lethargie oder Fatalismus erwartet wird enttäuscht. Unsere Unternehmen jammern nicht wie sizilianische Klageweiber. Jammern, das macht nur die SPD. Dabei könnte man froh sein, wenn es nur beim Jammern bliebe. Den Genossen fallen 1000 Unsinne ein, die Konjunkturprogramme nachzubessern als gäbe es nicht ein Morgen, an dem das Geld wieder eingesammelt werden muss, als gäbe es kein Morgen, an dem unsere Kinder und Kindeskinder uns fragen werden, habt ihr uns außer Schulden und Pensionsverpflichten auch noch etwas anderes hinterlassen? Und was macht die SPD noch so alles im Bund. Sie fordert flächendeckend Mindestlöhne und verhindert bei der Unternehmensteuerreform, dass die Zinsschranke, die Nutzung des Verlustvortrags und die gewerbesteuerliche Hinzurechnung von Mieten und Pachten entschärft wird. Trotz Wirtschaftskrise hält die SPD an der Lohnsummenklausel im Erbschaftssteuerrecht fest, mit der fatalen Folge, dass unsere Familienunternehmen im Erbfall zerschlagen werden. Aber damit nicht genug. Mit der Wiedereinführung der Vermögenssteuer, einer Reichensteuer und einer völlig unpraktikablen Börsenumsatzsteuer streuen sie den Menschen Sand in die Augen und gaukeln ihnen vor, damit könne der Staatshaushalt saniert werden. Das ist Unfug und sie glauben, die Bürger durchschauen das nicht. So gewinnt man kein Vertrauen. Nicht bei den Menschen und nicht bei unseren Unternehmen. Damit nicht genug. Finanzminister Streinbrück droht mit diplomatischem Feingefühl befreundeten Regierungen damit, dass er seine Kavallerie gegen diese Indianer aussenden werde. So schafft man sich im Ausland Freunde. Erwähnt sei nur, dass im September 1876 General Custer seine 7. Kavallerie in die Berge Montanas geführt hat, die Indianer zu besiegen. Sitting Bull hat seine Reiterei beim „wounded knee“  mächtig aufgerieben und vernichtend geschlagen. Bald ist wieder September.

Unsere Unternehmen brauchen keine sozialistische Nivellierung und keine Kollektivierung. Sie fordern den Erhalt und den Ausbau der Sozialen Marktwirtschaft, den Leistungswettbewerb, die Sicherung des Eigentums und den Freiraum zur Risikobereitschaft. Unsere Unternehmen brauchen heute Kredite für ihre Investitionen von morgen. Mit einer soliden Mittelstandsfinanzierung stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen nachhaltig. Unser drei Säulen Modell hat sich als robust in der Finanzkrise erwiesen und wir sind richtig aufgestellt, den Finanzmarkt im Land zu ordnen. Wer mit einem klaren Konzept Bürgschaften zur Überwindung der Krise braucht, dem stehen die Türen offen. Dafür halten wir 500 Millionen Euro bereit. Eine weitere Erhöhung des Bürgschaftsrahmes ist nicht unwahrscheinlich

Mit den Finanzmitteln aus dem Konjunkturpaket II und dem Infrastrukturprogramm des Landes investieren wir in Verkehrsinfrastruktur, in den Tourismus, in den Hochwasserschutz, in die Breitbandverkabelung, in den Wohnungsbau, in den Städtebau, in Schulen und Hochschulen, in Krankenhäuser und Sportstättenbau, in die energetische Sanierung und in die Weiterbildung. Allein durch diesen direkten Nachfrageeffekt, werden Bauwirtschaft und Handwerk, Architektur- und Planungsbüros, Handel- und Dienstleistung profitieren.

Wir lassen niemanden in der Krise im Regen stehen. Neben dem Förderprogramm Coaching, neben Innovationsassistenten und Beratungsnetzwerken bieten wir ein spezielles Krisenberatungsprogramm an, damit unsere Unternehmen den turn around schaffen. Dabei hilft auch die hervorragende Forschungs- und Transferinfrastruktur im Land, das ein dichtes Netz universitärer und wirtschaftsnaher Forschung umfasst. Gezielt fördern wir nachhaltiges Wirtschaften und treiben die Themen Erneuerbare Energien und rationelle Energieanwendung bei kleinen und mittleren Unternehmen voran.

Unsere Clusterpolitik nimmt mit mehr als 130 Clusterinitativen konkrete Konturen an. Zwei Initiativen wurden bereits mit 40 Millionen Euro Fördermittel vom Bund prämiert. Die landesweite Innovationsplattform und die Technologienetzwerke werden ausgebaut. Eine Qualifizierungsinitiative stärkt den Fachkräftebedarf und mit dem Ausbauprogramm Hochschule 2012 werden wir die Nachfrage nach vermehrten Studienplätzen bedienen. Junge Menschen den Mut und Hilfestellung zur Selbständigkeit, zum Unternehmertum zu geben wird unsere mittelständische Struktur im Land weiter festigen. Unsere Unternehmen sind gut aufgestellt. Wir waren vor der Krise die stärkste Region Europas und werden es nach der Krise sein.

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© Dr. Reinhard Löffler MdL

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