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Investieren in Mexiko, Salsa oder Trauermarsch?
Nach der Zeitrechnung der Maya wird unsere Welt am
21. Dezember 2012 untergehen. Ihr Kalender, der an
astronomischer Genauigkeit beeindruckt, springt nach
5000 Jahren wieder auf Null. Am 22. Dezember 2012
wird die Sonne bei der Wintersonnenwende in einer
Ebene mit einem Sternentor im Zentrum unserer
Galaxis stehen. Eine Besonderheit, die nur alle
25.800 Jahre eintritt. Dieses astronomische
Ereignis, so die Prophezeiung der Mayas, ist
begleitet von gigantischen Naturkatastrophen. An dem
Tag, an dem sich die Pforten des Sternentors öffnen,
schließen die Götter die alte Welt und schaffen eine
neue Welt. Mit dem Weltuntergang kannten sich die
Mayas aus. Sie haben ihren eigenen Untergang im 9
Jahrhundert vor Christus richtig vorausgesagt. Wer
in Lateinamerika und insbesondere in Mexiko
investieren will, hat also Grund zur Eile.

Der mexikanischen Staatspräsidenten Felipe Calderon
und Ministerpräsident Günther Oettinger zeigen sich
wenig beeindruckt von der Astronomie der Mayas. Im
Juni 2007 vereinbarten sie in Stuttgart die
wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen
Baden-Württemberg und Mexiko zu vertiefen. Seit
Anfang der 90er Jahre unterhält das Land
Baden-Württemberg gute wirtschaftliche Beziehungen
zu Mexiko. Das German Center in Mexiko-City, das
unter der Trägerschaft der Landesbank
Baden-Württemberg steht und mit Unterstützung durch
die baden-württembergische Landesregierung gebaut
wurde, ist der bisher sichtbarste Ausdruck der
wechselseitigen Beziehungen. Künftig soll die
wirtschaftliche Zusammenarbeit um die Bereiche
Wissenschaft, Bildung, Kultur, Touristik und Messen
erweitert und mit dem Austausch von Nachwuchskräften
sowie Bildungskooperationen flankiert werden. Der
Ministerpräsident beauftragte das
Wirtschaftsministerium und sandte unter der
Federführung von Staatssekretär Richard Drautz, eine
Delegation nach Mexiko City hierfür ein umfassendes
Konzept zu entwerfen. Politische Gespräche sollten
in Mexiko City geführt und diese mit einer Kontakt-
und Kooperationsbörse für Unternehmen sowie einer
Baden-Württemberg-Präsentation in Mexiko City
verbunden werden. Ziel ist, diese Kooperation bis
zum Jahr 2010 abzuschließen. Dieses Jahr ist für
Mexiko von besonderer Bedeutung, weil das Land vor
200 Jahren die Unabhängigkeit von Spanien erklärt
und 1910 mit der Mexikanischen Revolution die
Diktatur überwunden hatte. Mexiko wird 2010 auch
Partnerland auf der CMT in Stuttgart sein.

Der Standort Mexiko ist nicht nur bei der
baden-württembergischen Industrie gefragt. VW
produziert seit vielen Jahren in Puebla. Der
VW-Beetle wird ausschließlich dort gefertigt und in
die ganze Welt verschickt. Mexiko hat
Freihandelsabkommen mit 46 Ländern, einschließlich
NAFTA und der EU und erreicht so fast 1 Milliarde
Konsumenten. Deutsche Automobilzulieferer haben mit
VW mit Erfolg ein Mobilitätscluster aufgebaut. Der
Umsatz dieser Firmen ist in den letzten Jahren
beständig gewachsen, teils mit zweistelligen
Zuwachsraten. „Wer die Attraktivität des Standorts
Mexiko nutzen will“, so Susanna Hess-Kalcher, die
Leiterin des German Center in Mexiko, „braucht nur
mit einem Laptop und einer Geschäftsidee zu kommen.
Ein deutsches Management und erfahrene Dienstleister
unterstützen bei Aufbau der Geschäfte und bieten
eine komplette Infrastruktur in dem 18.000 qm großen
Business Center“.

Wer seine Fühler auf den mexikanischen Markt
streckt, muss nicht nur mit einem schwierigen,
teilweise auch unsicherem Rechtssystem rechnen
sondern auch mit einem bürokratischen Apparat, für
den Korruption eher ein Kavaliersdelikt als ein
Straftatbestand ist. Natürlich unternimmt die
mexikanische Regierung alles diese Missstände zu
beheben. Fabricio Baur, ein Unternehmer aus
Esslingen, ist seit 40 Jahren in Mexiko. Er baute
dort das Zulieferunternehmen Bocar auf, das an neun
Standorten in Mexiko 4.500 Menschen beschäftigt und
alle Automobilproduktionsstätten beliefert. Fabrico
Baur klagt: „ich muss viel Geld für Anwälte
ausgeben, kämpfe täglich mit der mexikanischen
Bürokratie und stelle fest, die Drogenkartelle haben
selbst staatliche Stellen unterwandert und gegen die
Kriminalität ist der Staat nahezu machtlos“. Eine
ernüchternde Bilanz von der man von offizieller
Stelle nichts wissen will und dennoch meint Fabrico
Baur: „ Mexiko ist ein großartiges Land für
Unternehmen und ich freue mich, dass meine Söhne
weitermachen wollen“.

Die neue Regierung in Mexiko hat sich ehrgeizige
Pläne gegeben. Am 02. Juli 2006 wählten die
Mexikaner den konservativen Kandidaten Felipe
Calderón von der Partei "Partido Acción Nacional"
(PAN) mit knapper Mehrheit zum neuen Präsidenten.
Sein unterlegener linker Gegenkandidat Andrés Manuel
López Obrador von der Partei "Partido Revolucionario
Institucional" (PRD) hatte die Wahl angefochten und
versuchte, mithilfe von Mobilisierungen der Straße
und Blockaden seiner Behauptung, es habe einen groß
angelegten Wahlbetrug gegeben, Nachdruck zu
verleihen. Nachdem der Sieg Calderóns vom
Bundeswahlgericht in letzter Instanz bestätigt
wurde, hat dieser sein Amt am 01. Dezember 2006
angetreten.

Ungeachtet der innenpolitischen Situation hat Felipe
Calderon ein ehrgeiziges „Projekt der großen Vision“
aufgelegt. Wesentliche Schwerpunkte sind der Ausbau
der Infrastruktur (Verkehrswege, Wohnungsbau,
touristische Komplexe) sowie die weitere vorsichtige
Öffnung des Energiesektors für privates Kapital.
Seine wichtigsten Ziele sind die Verbesserung der
öffentlichen Sicherheit, die Bekämpfung der Armut
und sozialen Ungleichheiten durch Schaffung von
Arbeitsplätzen sowie die weitere Konsolidierung von
Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Calderón hat
angekündigt, die unter seinem Vorgänger Fox an der
Oppositionsmehrheit im Parlament gescheiterten, aber
wichtigen Reformen (insbesondere Steuerreform,
Öffnung des Energiesektors, Flexibilisierung des
Arbeitsmarktes, Justizreform) erneut anzugehen. Kein
einfaches Unterfangen, denn mit Anschlägen auf Gas-
und Ölleitungen des Staatskonzerns Petroleos
Mexicanos hat eine kleine Linksguerilla
„Revolutionäres Volksheer“ (EPR) Mitte September
2007 weite Teile der mexikanischen Industrie für
eine Woche lahmgelegt. Davon war u.a. auch
Volkswagen de Mexico betroffen. Politische
Beobachter halten weitere Anschläge der EPR für
möglich.

Mit einem BIP von 811 Mrd. USD in 2006 verzeichnet
Mexiko die größte Wirtschaftsleistung Lateinamerikas
und ist weltweit die zwölftgrößte Volkswirtschaft
und zwölftgrößte Handelsnation bei einem
Pro-Kopf-Einkommen in Höhe von fast 8.000 USD.
Mexiko ist auch der fünftgrößte Erdölproduzent auch
wenn Geld für Investitionen fehlt, die Reserven im
Golf von Mexiko auszubeuten. Ausländische Investoren
können helfen, die Wirtschaftskraft zu stärken und
um die bemüht sich das Land. Bruno Ferrari Garcia de
Alba, Generaldirektor der Außenwirtschaftsförderung
ProMexiko legte das Projekt „Soft Landing“ vor, das
es ausländischen Unternehmern erleichtern soll, in
Mexiko Fuß zu fassen. Neben einem Einheitlichen
Ansprechpartner für alle genehmigungsrelevanten
Gründungsvorgänge, wir ein Ombudsmann eingesetzt.
Das neue Unternehmen soll für eine gewisse Zeit
beraten und betreut werden. Noch ist das in der
Planungsphase, denn wo dieser Einheitliche
Ansprechpartner angesiedelt werden soll, konnte auch
das Wirtschaftsministerium nicht sagen. Eine
Erfahrung, die wir auch gerade in Deutschland mit
der Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie
machen.

Mexikos Wirtschaft wurde in den letzten Jahren stark
dereguliert und privatisiert. Die Dominanz privater
Firmen wächst ständig und die Privatisierung von
Eisenbahn, See- und Flughäfen geht ihrem Ende
entgegen, ebenso wie die weitere Privatisierung der
Banken. Die Liberalisierung des Energiesektors
schreitet weiter voran. In den Bereichen
Telekommunikation und Petrochemie stehen noch
Reformen aus.

Will Mexiko wirtschaftliches Wachstum dürfen
nachhaltige Investitionen in die
Verkehrsinfrastruktur nicht ausbleiben. Der
Individualverkehr der 25-Millionen Stadt Mexiko-City
kennt nur Dauerstau. An 300 Tagen im Jahr sind
Smog-, Ozon- und Feinstaubwerte
gesundheitsschädlich. Der Mexikaner erträgt das mit
Gleichmut und lebt unter einer bräunlichen
Dunstglocke. Auch der ÖPNV ist kaum
zufriedenstellend. Das in Stoßzeiten völlig
überfüllte Metrosystem transportiert täglich 8
Millionen Menschen. Für den Anspruch einer modernen
Großstadt ist es aber viel zu klein dimensioniert.
Auch in den Bussen quälen sich die Menschen
stundenlang zu ihren Arbeitsplätzen.

Das Geld für Investitionen in die
Verkehrsinfrastruktur wäre vorhanden. Die
Haushaltslage ist fast ausgeglichen. Die
Verschuldung ist konstant. Die Inflationsrate liegt
bei 4 %.Der Außenhandel weist ein Defizit von ca.
7,1 Mrd. Euro auf. Das wirtschaftliche Wachstum
liegt bei 4,6% (BIP 2006) und die Arbeitslosenquote
ähnlich wie in Baden-Württemberg bei 4,3%. Dennoch
besteht eine starke Unausgewogenheit in der
Reallohn-Verteilung. So leben 40% der Bevölkerung
unter der Armutsgrenze. 10% der Mexikaner lebten
nach Weltbankangaben in 2005 von weniger als einem
Dollar täglich und können damit ihren
Grundlebensbedarf nicht ausreichend decken. Rund 26
% der Bevölkerung müssen mit weniger als zwei Dollar
täglich auskommen und leben unterhalb der
statistischen Armutsgrenze. Bei der indigenen
Bevölkerung wird der Armutsanteil sogar auf rund 80
% geschätzt. Ein Mittelstand wie bei uns hat sich
bislang nicht ausgeprägt. Aber unter den 10
reichsten Menschen der Männer sind die Mehrzahl
Mexikaner.

Regionen mit Unternehmen, die auf Weltmarktstandard
produzieren, kontrastieren mit extrem rückständigen
ländlich geprägten Bereichen des Landes, in denen
bittere Armut herrscht. Mexikanische Arbeitskräfte
emigrieren traditionell in großer Anzahl in die USA.
In 2006 waren es Schätzungen zufolge wie in 2005
wieder ca. 400.000 Personen. Arbeitskräfte im
Niedriglohnbereich sind daher billig. Für
Facharbeiter oder Ingenieure müssen aber die
gleichen Gehälter bezahlt werden wie in Deutschland.

Mexiko ist als Schwellenland gleichzeitig Mitglied
der OECD, eine Tatsache, die Mexikos
Selbstverständnis als Industrienation unterstreicht.
Grundsätzlich herrscht nach innen und außen ein
offenes Wettbewerbssystem vor. Verfassungsrechtliche
Investitionsbeschränkungen bestehen insbesondere in
der weitgehend staatlich und monopolistisch
organisierten Energiewirtschaft (Erdöl,
Elektrizität, Erdgasförderung).
Kapitalverkehrskontrollen oder wesentliche
Handelshemmnisse bestehen nicht. Mexiko ist durch
ein beachtliches System von Freihandelsabkommen
weltweit außenwirtschaftspolitisch vernetzt,
darunter EU, USA und Japan.

Die ökonomische Leistungsfähigkeit des Landes
verteilt sich recht ungleichmäßig zwischen den 31
Bundesstaaten und dem Bezirk der Hauptstadt. Knapp
40 % des BIP werden im Zentrum des Landes in und um
die Hauptstadt Mexiko-Stadt erzielt. Weitere
industriell geprägte Schwerpunkte sind die
Bundesstaaten Nuevo Leon (Monterrey) im Norden mit
einem BIP-Anteil von 7,2 %, Jalisco mit 6,4 % im
Westen (Guadalajara) und Veracruz (bedeutendster
Seehafen u. Erdölindustrie) mit 4% im Osten Mexikos.

Die mexikanische Volkswirtschaft erwirtschaftet
schwerpunktmäßig das BIP in den Bereichen:
Dienstleistungen 69 %, Industrielle Produktion 27 %
und Landwirtschaft 4%. Der Dienstleistungssektor
schlüsselt sich weiter auf in die Bereiche ( in
Prozentzahlen des Gesamt- BIP) Gesundheitswesen u.
öffentliche Dienstleistungen 24,8 %; Finanzsektor
11,7 %; Handel 10,35%, Tourismus 7,59% und Sonstiges
14,5%. Die Staatsquote beträgt 23%.

Die Produktivität in den entwickelten und von
multinationalen Unternehmen bestimmten Bereichen des
mexikanischen Verarbeitenden Gewerbes ist mit der
industrialisierter Länder vergleichbar. Dies gilt
auch für die Produktivitätsfortschritte. Die
Landwirtschaft in Mexiko ist dagegen in großen
Teilen nicht konkurrenzfähig.

Mexikos Wirtschaft wird von einigen großen
Unternehmen dominiert. Zunächst sind als
Monopolisten der staatliche Erdölgigant Petróleos
Mexicanos (Pemex) und die CFE (Comisión Federal de
Electricidad) als größter Stromproduzent
Lateinamerikas zu nennen. Ferner sind Namen wie
Telmex (Telekommunikation), Cemex (international,
über Readymix auch in Deutschland engagierter
Zementhersteller), Banamex (größte Privatbank, zur
Citigroup gehörend), Televisa und TV-Azteca (Radio
und TV), Femsa und Grupo Modelo (Getränke, u.a.
Corona-Bier), Grupo Bimbo (Lebensmittel) oder
Industrias Peñoles (Bergbau, insbes. Silber)
international tätig und über die Grenzen Mexikos
hinaus bekannt. All diese Unternehmen zeichnen sich
durch den
Einfluss privater Großinvestoren aus.

Die Konjunktur in Mexiko hat sich seit 2004 positiv
entwickelt. Dabei profitierte das zweitgrößte
lateinamerikanische Land v.a. von der dynamischen
US-Wirtschaft, die fast 90% aller mexikanischen
Ausfuhren aufnimmt und der NAFTA. Eine günstige und
stabile gesamtwirtschaftliche Lage mit soliden
Staatsfinanzen dient als Basis für eine gute
Konjunkturentwicklung, Sprudelnde Öleinnahmen und
ein anziehendes Steueraufkommen haben auch die
öffentlichen Haushaltsdefizit weitestgehend
beseitigt. in Mexiko hat sich im Laufe der letzten
10 Jahre ein solides Finanzwesen herausgebildet, das
Lob vom Internationalen Währungsfonds erhält.

Ferner haben Mexikos Bundes- und Landesregierungen
2006 die Investitionsbedingungen ein gehöriges Stück
optimiert. Dies geht aus der Weltbank-Studie „Doing
Business 2007“ hervor. So rückte das Land im
Vorjahresvergleich von Platz 62 auf Rang 43. Noch
besser stünden einzelne Bundesländer dar, würden sie
in diesem Ranking berücksichtigt.

Aber das realisierte Wachstum entspricht nicht dem
Wachstumspotential der mexikanischen
Volkswirtschaft. Im Vergleich mit anderen
Schwellenländern bleibt Mexiko zurück Seine
Wettbewerbsfähigkeit nimmt ab.
Der Global Competitiveness Report 2006 des World
Economic Forum ordnet Mexiko im Global
Competitiveness Index 2006 an 58.
Stelle ein, nach Platz 55 in 2005 und 48 in 2004 (in
2006 D 8, Chile 27, Brasilien 66, Argentinien 69).
Die Reformbemühungen der bis November 2005
amtierenden Regierung Fox im strukturellen Bereich
(Energie, Arbeitsmarkt, Steuerwesen,
Telekommunikation, Justiz, Föderalismus) sind
aufgrund einer wegen des präsidialen Systems
weiterhin möglichen Oppositionsmehrheit im Parlament
stecken geblieben.

Ungenügende Transparenz (trotz eines
fortschrittlichen Transparenzgesetzes im
öffentlichen Bereich) und Korruption sind weiterhin
problematisch. Entsprechend rangiert Mexiko im
Corruption Perceptions Index von Transparency
International von November 2006 auf Rang 70 ( FIN 1,
D 16, Chile 20, Brasilien 70, Argentinien 93) von
insgesamt 163 Ländern. Seit 2000 ist Mexiko von
Platz 51 auf 70 zurückgefallen. Dabei ist die
Korruptionsintensität gleich geblieben, soll aber in
vielen anderen Ländern abgenommen haben.

Kritisch wird nach wie vor die Verbrechensbekämpfung
und –aufklärung durch die Polizei bewertet.
Rechtssicherheit ist auch eine Frage der
Unabhängigkeit der Justiz. Vom Grundsatz her ist in
Mexiko die Justiz unabhängig. Dies gilt für die
Bundesebene. In den Einzelstaaten ist die
Unabhängigkeit der Richter sehr differenziert zu
beurteilen.

Die hohe Kriminalität und Mängel des Justizwesens
fördern die Unsicherheit, wirken schlussendlich
kostensteigernd und haben naturgemäß negative
Auswirkungen auf das Wirtschaftsklima.

Seit Mexiko seit Anfang der neunziger Jahre eine
Freihandelspolitik betreibt hat sich die
wirtschaftliche Situation des Landes verbessert.
Seit Beginn des Freihandels sind die Ausfuhren bis
heute um das Dreifache gestiegen. Mittlerweile
entfallen 90% der Exporte auf Freihandelsabkommen.
Der höchste Zuwachs wird bei den Erdölausfuhren
verzeichnet. Bedingt durch die stark gestiegenen
Ölpreise konnte ein Wachstum von 27,3 % verzeichnet
werden.

Von den mexikanischen Exporten ( 2006 USD 250,3 Mrd.
Exportquote damit 29%) entfallen über 80 % auf
Industrieerzeugnisse, etwa 15,6 % auf Rohöl und
Raffinerieprodukte sowie knapp 3 % auf
landwirtschaftliche Produkte. Dabei ist die
Abhängigkeit von den USA weiterhin ungebrochen. Im
Rahmen der NAFTA wickelt Mexiko rund 75 % seines
stark überschüssigen Außenhandels mit den
Vereinigten Staaten ab. Die konjunkturelle
Entwicklung der USA bestimmt also stark das
mexikanische Wachstum.

Die wichtigsten Handelspartner Mexikos waren in 2006
nach den USA in der genannten Reihenfolge China,
Japan, Deutschland und Kanada. Eine breitere
geografische Streuung der Ausfuhr, beispielsweise
nach Europa, mit Produkten jenseits von Obst und
Gemüse, Bier, Spirituosen und Kunsthandwerk sollte
möglich sein. Schließlich sind mexikanische Produkte
auch auf dem größten Markt der Welt erfolgreich.

Die Konkurrenz aus Asien, insbesondere China, macht
den mexikanischen Unternehmen nicht nur im
nordamerikanischen Markt Anteile streitig. Sie
dringt mit großer Kraft auch auf den heimischen
Markt vor. Davon besonders hart betroffen sind die
mexikanische Textil- und Elektronikindustrie.

Ausländische Investoren haben weiterhin Vertrauen in
die mexikanische Wirtschaft. So stiegen die
Direktinvestitionen 2006 weiter um USD 18,9 Mrd. und
erreichten nach mexikanischen Angaben einen Bestand
seit 1994 von USD 216 Mrd., davon USA USD 120 Mrd.
bzw. 61 %. Auf Deutschland entfielen für diesen
Zeitraum USD 4,5 Mrd. oder 2,3 %. Die deutschen
Gesamtinvestitionen werden jedoch von der
deutsch-mexikanischen Handelskammer auf 20 Mrd. USD
geschätzt.

Mexiko verzeichnete 2006 eine ausgeglichene
Zahlungsbilanz aufgrund eines beachtlichen
vorzeitigen Auslandsschuldenabbau, der die
ausländischen Direktinvestitionen iHv 19 Mrd. USD
fast kompensierte. Das Leistungsbilanzdefizit betrug
nur 2 Mrd. USD (0,3% BIP) wegen Mexikos hoher
Erdölexporte (USD 39,1 Mrd.), den stetig zunehmenden
Überweisungen der mex. Migranten in die USA (USD 23
Mrd.) und wachsenden Einnahmen aus dem Tourismus
(USD 12 Mrd.) bei einem gesunkenen
Handelsbilanzdefizits von 5,8 Mrd. USD. Die
Devisenreserven lagen Ende 2006 bei 69 Mrd. USD und
knapp 10 % des BIP. Der unbeschränkt konvertible und
frei floatende Peso ist stabil.

Das Wachstum wird für die kommenden Jahre zwischen 3
und 5 % veranschlagt. Wesentliche Kräfte dieses
Wachstums sind zum einen außenwirtschaftlich
induziert durch die hohe Nachfrage nach in Mexiko
gefertigten Gütern aus den USA und die hohen
Rohölpreise, von denen Mexiko als wichtiges
Förderland stark profitierte, zum anderen auch durch
eine Zunahme der inländischen Nachfrage.

Der günstige volkswirtschaftliche Datenkranz darf
aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wichtige
Reformen immer noch ausstehen. Die Notwendigkeit
einer umfassenden Steuer- oder Pensionsreform steht
noch aus.

Die Beschäftigung wird nur in 32 urbanen Zentren
erfasst. Allgemein gültige Aussagen über die
Beschäftigungsstruktur und die Arbeitslosenquote (z.
Zt. um 4%) sind deshalb nur sehr eingeschränkt
möglich.

Dahingegen nimmt neben dem offiziellen der
informelle Teil der mexikanischen Wirtschaft weiter
zu und spielt eine wesentliche Rolle bei
Beschäftigung und auch Versorgung der kaufkraftarmen
Schichten der Bevölkerung. Bevölkerungswachstum,
Bildungs- und Ausbildungsdefizite sowie der Mangel
an offiziellen Arbeitsplätzen zwingen einen nicht
unerheblichen Teil der arbeitsfähigen Bevölkerung,
sein Auskommen in diesem Sektor zu suchen. Der
informelle Sektor dürfte um die 50 Prozent der
arbeitswilligen Bevölkerung beschäftigen. Die
Schäden für den offiziellen Teil der Wirtschaft
einschließlich entgangener Steuern und Sozialabgaben
sind riesig.

Wachstumsmärkte und –branchen in Mexiko sind v.a.
Automobilbau und Kfz-Teile, Elektronik,
Telekommunikation, Informationstechnologien und
Medizintechnik. Mexiko entwickelt sich zu einem
globalen Standort zur Herstellung von
Elektrohausgeräten und nach Asien und Mitteleuropa
zu einem weltweit wichtigen Produktionsstandort für
Fernsehgeräte mit LCD- und Plasma-Bildschirmen.

Mexiko will seine industrielle Entwicklung zudem
durch Cluster forcieren. Das höchste
Technologieniveau verzeichnet bisher der
Automobilbau mit mehreren regionalen Zentren. Als
wichtige Zukunftstechnologien gelten zudem
Biotechnologie, Mechatronik, Software,
Nanotechnologie, Flugzeugbau und Medizintechnik.

Mexiko hat u.a. im Bereich Umwelttechnik hohen
Nachholbedarf. Die Zukunft von Mexikos
Wasserversorgung wird von Jahr zu Jahr kritischer
und bietet einen bedeutenden Exportmarkt für
deutsche Technologien.
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