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Wir fliegen mit den Adlern!

Eine starke Wirtschaft,
exzellente Hochschulen und Forschungseinrichtungen
sind beste Voraussetzungen für Wirtschaftswachstum
und globale Wettbewerbsfähigkeit. Unser Land ist da
gut aufgestellt. 4,2% des Bruttosozialprodukts
investieren Wirtschaft und Staat in Forschung und
Entwicklung. Damit stehen wir in Deutschland und
Europa in der ersten Startreihe. Wir wollen diese
Spitzenposition halten und ausbauen. Nur wenn es uns
gelingt, die Innovationskraft und Dynamik von
Zukunftsmärkten und Zukunftstechnologien zu
antizipieren, anzustoßen und zu entwickeln, können
wir Wertschöpfungspotentiale freisetzen,
zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen und
Beschäftigung gewährleisten. Ein Schlüssel dafür
ist, dass wir die facettenreichen Prozesse der
Diffusion und Verbreitung von Technologien zur
wirtschaftlichen Nutzbarmachung fördern. Die
abnehmende Halbwertszeit von Technologie und dem
zugehörigen Know How durch immer kürzere
Produktlebenszyklen stellt immer höhere
Anforderungen an den komplexen Mechanismus eines
effizienten Technologietransfers. Transfer heißt
nicht Einbahnstrasse, auch Industrie und Mittelstand
sind gefordert, Impulse zu setzen. Wir wollen einen
wechselseitigen und interaktiven Transferprozess.
Wir wollen Technologietransfer auf horizontaler und
vertikaler Ebene.

Die Potentiale sind da.
Es gilt sie zu nutzen. Auf der Klaviatur des
Instruments Technologietransfer kann und soll die
Politik nicht alleine spielen. Richtig ist, dass die
Mitspieler nicht nur aus den Reihen der
Naturwissenschaftler und Professoren kommen und
richtig ist auch, dass Technologietransfer als
interdisziplinäre Aufgabe einer interdisziplinären
Vernetzung bedarf, die bei hoch kompetenten Akteuren
aus Unternehmen, den Wirtschaftsverbänden, den
Kammern, den Kommunen, den Gewerkschaften und
Betriebsräten aber auch aus Kirche und Kultur in
besten Händen liegt. Ein solches Gremium ist der
Innovationsrat, den unser Ministerpräsident Günther
Oettinger ins Leben gerufen hat. Seine Aufgabe ist
die Regierung darin zu beraten, Handlungsfelder für
Innovationspotentiale auszuweisen und Prioritäten
dafür festzulegen, Strategien und Umsetzungskonzepte
für Innovationsanreize zu entwickeln und Vorschläge
zu unterbreiten, wie wir unsere wissens- und
wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit verbessern und
Innovationshemmnisse abbauen können. Aufgabe der
Politik ist es, dann die dafür nötigen
Rahmenbedingungen zu schaffen.

Mir ist nicht klar, ob
die SPD hat das Potential von Innovationen und
Technologietransfer vollumfänglich erkannt hat. Sie
kritisiert, der Innovationsrat schaffe
widersprüchliche Strukturen und die Regierung berate
sich selbst. Wir wollen mit den Adlern fliegen, die
SPD will mit den Hühnern scharren. Das unterscheidet
uns. Es geht nicht nur darum, junge innovative
Firmen bei ihrer Wachstumsfinanzierung zu
unterstützen, sondern mit dem Innovationsrat ein
Modul im Innovationskonzept der Landesregierung zu
verankern, das sich mit strategischen Innovations-
und Transferkonzepten beschäftigt, die auf allen
gesellschaftlichen Ebenen Wirkung entfalten. So
steigern wir unser Wirtschaftswachstum und den
Wohlstand der Bürger.

Die erste
Zwischenbilanz des Innovationsrats liegt jetzt vor.
Der Rat schlägt vor, das Zentrum für Europäische
Wirtschaftsforschung zu stärken und auszubauen,
weitere Forschungskooperationen nach dem Modell
„Industry on Campus zu gründen, einen Kreativitäts-
und Innovationsring zu gründen und wie die
Kooperationsprojekte zu finanzieren seien. Wir
werden in der CDU-Landtagsfraktion diese Vorschläge
analysieren und umsetzen. Weil die Zahl der
Hochschulabsolventen in den MINT-Fachrichtungen
(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften,
Technik) bis 2020 nicht ausreichen wird, den Bedarf
auf dem Arbeitsmarkt zu decken, jetzt aber wegen der
aktuellen Krise der Fachkräftemangel temporär
überdeckt ist, schlägt der Innovationsrat vor, für
MINT-Absolventen – es sind etwa 500 - vorübergehend
Beschäftigungsmöglichkeiten an den Hochschulen
anzubieten. Dies wird von der Industrie
co-finanziert.

Die Grünen haben das
natürlich gleich kritisiert und fordern, diese
Beschäftigungsmöglichkeiten müssen für alle
Studenten aller Fachrichtungen gelten. Nur, der
Abwerbedruck auf MINT-Absolventen ist ungleicher
höher als auf Geisteswissenschaftler. Es ist uns
wichtig, qualifizierte Naturwissenschaftler im Land
zu halten, damit sie beim wirtschaftlichen
Aufschwung sukzessive in den Arbeitsmarkt
eingegliedert werden können. Es geht bei diesem
Vorschlag nicht um Beschäftigungspolitik sondern um
Wirtschaftsförderung.

Bevor der
Innovationsrat im Herbst 2010 seinen Abschlußbericht
vorlegt, wird er sich mit den Themen Ökologie und
Ökonomie sowie mit der Steigerung der
Innovationskraft kleiner und mittlerer Unternehmen
befassen. Seine Erkenntnisse sind ein Gewinn für
dieses Land. Die CDU-Landtagfraktion hat sich auch
bei allen Mitgliedern des Innovationsrats bedankt
und ihre Annerkennung für diese wichtige,
zeitintensive und wertvolle Hilfe ausgesprochen.

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